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Berne - Storchenpflegestation Wesermarsch

Wer von Hude nach Berne fährt entdeckt in Glüsing auf der rechten Seite ein seltsames Treiben von vielen großen weißen Vögeln. Hier befindet sich die Storchenpflegestation Wesermarsch. Seit 1992 betreibt hier Udo Hilfers die Storchenpflegestation. Die Storchenpflegestation ist eine vom Bundesumweltamt anerkannte Einrichtung. Alljährlich finden hier Störche eine Brutmöglichkeit.

Udo Hilfers kümmert sich auch um die Schwachen und Kranken Störche. Hier werden sie wieder aufgepäppelt und für den langen Weg in den Süden vorbereitet. Wer mehr erfahren möchte über die Storchenpflegestation kann sich telefonisch bei Udo Hilfers melden und eventuell einen Besuch vereinbaren. Hier erfahren sie dann Wissenswertes über die Störche und der Pflegestation. Höhepunkte sind jedes Jahr die ersten Flugversuche der Jungstörche. Bitte sehen Sie von spontanen Besuchen bei der Pflegestation ab, da die Familie Hilfers hier auch ihr Privatleben genießt. Sie möchten ja auch nicht das Fremden durch Ihren Garten laufen.

Mit Fernglas bewaffnet können Sie von der Straße "Berner Deich" in der lang gezogen Rechtskurve auf der linken Seite (kleiner Bauhof) sehr gut das Storchenleben beobachten. Udo Hilfers  bitten Sie nicht über die Weiden zu den Störchen zu gehen, da Jung- und Altstörche sehr schreckhaft sind und Sie ihren natürlichen Lebensraum gefährden.

Seit dem Bestandstief von 1991 ist ein positiver Trend zu verzeichnen. Eine starke Gefährdung des kleinen Bestandes vor allem durch Vernichtung der zur Nahrungssuche wichtigen Flächen besteht aber unverändert. Der in vieler Hinsicht so gut angepaßte Weißstorch leidet sehr unter kaltem und regnerischem Wetter. Nicht nur die Nestjungen können trotz elterlicher Bedeckung verklammen, auch die flüggen Störche sind durch das nasse Gefieder im Fliegen behindert. Daher bestimmt das Klima die Nordgrenze der Verbreitung. Störche brauchen auch deshalb Wärme, weil sie als Segelflieger von Aufwinden abhängig sind.

Kontaktadresse:
Storchenpflegestation Wesermarsch
Udo Hilfers
Storchenweg 6
27804 Berne / Glüsing
Telefon (0 44 06) 18 88
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: http://www.storchenstation.de/


Wissenswertes über den Weißstorch

Wanderungen
Überwintert in Südafrika. Der Wegzug setzt Anfang August ein und zieht sich bis Anfang September hin. Als Irrgast auf den Britischen Inseln, in Norwegen und Finnland. Die Störche fliegen meistens über Land und vermeiden nach Möglichkeit den Überwasserflug. Circa Mitte November erreichen die Zugvögel ihre Winterquartier im Süden. In großen Scharen fliegen Sie und es ist jedes Jahr ein phantastisches Naturereignis, wenn die Störche gemeinsam in den Süden aufbrechen. Der Zug des Storches ist ein ungemein eindrucksvolles Geschehen. Wenn auch viele Jungstörche den ersten Sommer in Afrika bleiben, weil sie ja erst mit drei bis vier Jahren richtig fortpflanzungsfähig sind, so lassen sich doch später ca. 8 % von ihnen im Heimatdorf nieder, 36 % siedeln in einem Umkreis von zehn Kilometern und weiter 22 % zehn bis fünfundzwanzig Kilometer von dem Platz entfernt, wo sie aus dem Ei geschlüpft sind.

Allgemeines
Der Weißstorch ist inzwischen weitgehend auf Mäuse als Nahrung angewiesen. Bleiben diese aus, ist der Bruterfolg sehr schlecht. Er braucht im Brutgebiet offenes, mit Baumgruppen oder einzelnen Bäumen bestandenes wasserreiches Gelände. Besonders in der Ebene anzutreffen, aber auch im Hügelland, sofern die genannten Bedingungen gegeben sind. Der Weißstorch brütet vielfach inmitten von Dörfern und sogar Städten und ist im Volksleben entsprechend verwurzelt. Das zeigt sein Volksname Adebar = Glücksbringer. Die Bezeichnung Klapperstorch nennt das auffallendste Verhaltenskennzeichen der Art. Das Schnabelklappern spielt eine große Rolle: Als Gruß beim Anflug am Nest, aber ebenso bei der Abwehr fremder Artgenossen, selbst wenn sie sich erst in großer Entfernung am Himmel zeigen. Als gute Segelflieger halten sie sich oft hoch in der Luft auf. Sie leben Winde mit Aufwind. Bei Schönwetter und den passenden thermischen Winden sieht man besonders viele Störche beim greisen ihrer Runden.

Nahrung
Der Storch erbeutet seine Nahrung meist im Schreiten: Suchend wandert er durch offenen, flachen Sumpf, durch Wiesen und Felder. Er packt in der Regel mit dem vorgeschnellten Schnabel zu, doch kann er auch Tiere unter Wasser durch Hin- und Herbewegen des Schnabels greifen. Sein Speisezettel ist recht abwechslungsreich. Regenwürmer spielen im zeitigen Frühjahr und besonders als Beute für noch kleine Junge eine große Rolle. Im Sommer werden viele Insekten gefangen, sogar die schwer zu erlangenden Maulwurfsgrillen, vor allem aber die leichter zu fangenden Heuschrecken. Wirbeltiere können als Nahrung zeitweise sehr in den Hintergrund treten. Wo aber Fische leicht zu erbeuten sind, ißt der Storch nachweisbar auch Fische. Eidechsen und Schlangen, sogar die Kreuzotter, werden gefangen. Vögel kommen als Beute nur ausnahmsweise vor. Unter den Säugetieren spielen vereinzelt der Maulwurf, regelmäßig aber Kleinnager bis hinauf zur stattlichen Schermaus eine wichtige Rolle, manchmal auch noch größere Arten, wie Ratten und Ziesel. Wo Mäuse sich in Massen vermehren, pflegen sich Störche zusammenzuziehen und dieser Beute nachzustellen. Die reichliche, gehaltvolle Nahrung führt dann dazu, daß besonders viele gesunde Jungstörche aufgezogen werden.

Brut
Der Weißstorch wandert zwar in Trupps, doch fallen die Heimkehrer im März oder April da und dort einzeln auf den Nestern ein. Meistens kommen die Männchen zuerst an; oft beziehen sie wieder das alte Nest. Das Weibchen kommt gewöhnlich einige Tage später. Das Nest des Weißstorches ist eine sehr stattlicher Bau. Begonnene Nester werden meist im ersten Jahr noch nicht zu Ende geführt. Der Horst wird Jahr für Jahr ergänzt, bis oft viele Zentner schwere Burgen entstehen. Heute, wo der Storch in die menschliche Nachbarschaft aufgenommen ist, nisten die Vögel auf Hausfirste, besonders Hausgiebel, Schornsteine, Türme und Ruinen. Im östlichen Mitteleuropa sind Bäume als Horstträger nicht selten; ebenso wie bei Nestern auf Häusern sind auch hier die Menschen maßgeblich an der Standortwahl beteiligt, wenn sie künstliche Nestunterlagen errichten. Die Heimkehrer pflegen in den ersten tagen durch stechende und zupfende Schnabelbewegungen die Nestmulde aufzulockern. Da die Nestmasse meist zu einem dichten Block zusammen- gesunken ist, ist dieses Lüften offenbar wichtig. Der Brutbeginn ist Mitte April / Anfang Mai. Das Paar vereinigt sich mehrfach zur Begattung. Dem Aufspringen des Storchenmannes geht ein Schreiten beider im Kreis voraus. Dann hält sich das Männchen mit Flügelschlägen auf der Partnerin und schnäbelt erregt zu ihr herunter. Bald werden mit je zwei Tagen Abstand die mattweißen Eier (3 - 6 Eier) gelegt, die beim Storch als Nesthocker nicht besonders groß sind. Die Partner wechseln sich in meist mehrstündigen Abständen beim Brüten ab. Nachts liegt gewöhnlich das Weibchen auf den Eiern. Die Jungen schlüpfen nach etwa 32 Tagen Bebrütung. Man merkt es daran, daß die Elternstörche viel stehen und sich mit Aufmerksamkeit dem Nestgrund widmen. Beide Eltern tragen Futter zu, zunächst kleinere Tiere wie Regenwürmer. Sie senken den Schnabel, der zwischen die Jungen zeigt, und erbrechen das Futter aus dem Schlund. Die Jungen schnappen es im Fallen oder nehmen es vom Nestgrund auf. Die größeren Jungen reißen den Eltern das Futter aus dem Schnabel. Das Drängen der Jungen beim Betteln wird schließlich den Eltern lästig, so daß sie nach dem Füttern auf einen anderen Standplatz flüchten. Nach etwa sieben Wochen fangen die Jungen bei geeignetem Wind an, spielerisch in die Höhe zu springen und die Flügel zu breiten. Die Flugversuche finden regelmäßig dann statt, wenn die Eltern abwesend sind. Die Jungen sind etwa im Alter von zwei Monaten flügge, bleiben aber zunächst noch nachts und zeitweise auch tagsüber im Nest, bis sie dann Mitte August herum die Heimat verlassen.

Wetter

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